Welche Sicherheits­maßnahmen halten einem KI-Angreifer stand? ISO 27001, TISAX® und IT-Grundschutz im Test

MRIS prüft etablierte Standards Control für Control gegen Angreifer mit den Fähigkeiten eines Frontier-AI-Modells, benennt für jede Lücke eine Härtungsmaßnahme und zeigt in Implementation Guides, wie Sie diese umsetzen. Für ISO/IEC 27001 und TISAX® sowie als benutzerdefinierte Bausteine für den BSI IT-Grundschutz.

Kostenlos, unter Creative-Commons-Lizenz und ohne Registrierung. Für CISOs, ISMS-Verantwortliche und Auditoren.

Wählen Sie ein Feld aus, um Control, Einstufung und Härtungsmaßnahme zu sehen.

ISO/IEC 27001, Annex A

Analyse lesen

93 Controls: 29 standfest, 37 teilweise degradiert, 4 reine Reibung, 23 nicht betroffen.

A.5
A.6
A.7
A.8

TISAX® 2027

Analyse lesen

45 Controls: 4 standfest, 26 teilweise degradiert, 1 reine Reibung, 14 nicht betroffen. Die Einstufung gilt für den Normalfall; einzelne Controls verschieben sich bei hohem Schutzbedarf.

Kap. 1
Kap. 2
Kap. 3
Kap. 4
Kap. 5
Kap. 6
Kap. 7

Von der Analyse bis zur Umsetzung im ISMS

Analyse

ISO/IEC 27001 und TISAX® 2027

Analysiert jedes Control einzeln gegen das Bedrohungsmodell, stuft es in eine von vier Kategorien ein und ordnet jeder Lücke die passenden Härtungsmaßnahmen zu.

Analyse ISO/IEC 27001Analyse TISAX®

Implementation Guide

ISO/IEC 27001 und TISAX® 2027

Beschreibt jedes MHC in fester Gliederung: organisatorische und technische Umsetzung, Beispiele, Reifegrad-Pfad, Messung und Audit-Nachweis sowie typische Fehler. Eine Priorisierung nach Threat Priority Score ordnet die Maßnahmen in eine Roadmap von P0 bis P2.

Guide ISO/IEC 27001 (PDF)Guide TISAX® (PDF)

IT-Grundschutz-Bausteine

BSI IT-Grundschutz, MRIS.bd 2.0

Ein Prozess- und vier Systembausteine mit 23 Anforderungen setzen MHC-01 bis MHC-13 als benutzerdefinierte Bausteine nach BSI-Standard 200-2 um, mit Umsetzungshinweisen und Kreuzreferenztabelle. Keine offiziellen Anforderungen des BSI.

Zur BausteinfamilieGesamtpaket (ZIP)

Wie MRIS analysiert

Etablierte Standards wurden für menschliche Angreifer geschrieben. In ihrer Ursprungsform decken sie KI-gestützte Angriffe nicht gezielt ab und haben systematische Lücken.

7
systematische Lücken in ISO/IEC 27002:2022, die andere Regelwerke bereits verbindlich schließen
8
wiederkehrende Befundmuster in TISAX® ISA 2027, die meisten über mehrere Kapitel hinweg

MRIS ersetzt kein Regelwerk. Es nimmt ein bestehendes und prüft jedes einzelne Control darauf, ob es noch wirkt, wenn der Angreifer mit KI arbeitet: schneller, in großer Zahl und in vielen kleinen, unauffälligen Schritten.

  1. Analysieren. Jedes Control eines Standards wird einzeln gegen das Bedrohungsmodell geprüft.
  2. Einstufen. Das Ergebnis landet in einer von vier Kategorien.
  3. Härten. Lücken werden mit Maßnahmen aus dem MHC-Katalog geschlossen. Die MHC sind aus einer Lückenanalyse gegen mehr als 20 etablierte Regelwerke, Prüfkataloge und Fachreferenzen abgeleitet. Wo keines davon eine Antwort hat, etwa bei der Deepfake-Prüfung im Personalprozess oder der Integrität mehrerer KI-Agenten, ergänzt MRIS eigene Maßnahmen.
Welche Werke die Lückenanalyse heranzieht
Regulierung und Prüfkataloge
BSI C5:2026, NIST CSF 2.0 und SP 800-53, DORA, CRA, NIS2-Richtlinie mit Durchführungsverordnung; für TISAX® zusätzlich ISA/IEC 62443-2-1
Ergänzende Rahmenwerke und Standards
BSI IT-Grundschutz, ISO/IEC 42001, CIS Controls, CSA Cloud Controls Matrix, CISA Zero Trust Maturity Model, NIST SP 800-207 und SP 800-218 (SSDF), OWASP ASVS und SAMM, SLSA, TIBER-EU
KI- und Bedrohungsreferenzen
Mythos-Ready (CSA, SANS, [un]prompted, OWASP), OWASP Top 10 for Agentic Applications und for LLM Applications, MITRE ATT&CK, ATLAS und D3FEND, NIST AI RMF

Die vier Kategorien

Standfest
Wirkt strukturell weiter – kryptografische oder architektonische Härte.
Teilweise degradiert
Wirkt eingeschränkt – braucht eine flankierende Härtung.
Reine Reibung
Kernwirkung entfällt – muss ersetzt oder umgestaltet werden.
Nicht betroffen
Von der KI-Bedrohung neutral – bleibt unverändert wichtig.

Der MHC-Katalog

Mythos-Härtungs-Controls (MHC) sind standardübergreifend definiert. Eine Maßnahme schließt Lücken in jedem Regelwerk, das sie referenziert, und liefert Nachweise für mehrere Audits zugleich. Die Zahlen zeigen, auf wie viele Controls oder Anforderungen ein MHC wirkt. Im IT-Grundschutz sind MHC-01 bis MHC-13 als benutzerdefinierte Bausteinfamilie MRIS.bd umgesetzt.

MHC-Katalog mit Wirkungsbreite je Regelwerk
MHCMaßnahmeISO/IEC 27002TISAX®IT-Grundschutz
MHC-01 1–1
MHC-02 6–1
MHC-03 563
MHC-04 7–1
MHC-05 1151
MHC-06 2–1
MHC-07 2–1
MHC-08 513
MHC-09 631
MHC-10 4121
MHC-11 411
MHC-12 2–1
MHC-13 326
MHC-14 –2–
MHC-15 –3–
MHC-16 –ergänzt–

Katalog-Stand: 16 MHC, September 2026. MHC-16 ist eine originäre Ergänzung jenseits der TISAX®-Diagnose.

Publikationen

Alle Fassungen sind kostenlos und ohne Registrierung verfügbar. Die maschinenlesbaren Fassungen eignen sich für die Übernahme in ISMS-Werkzeuge.

Register der MRIS-Publikationen
PublikationFassungStandLizenzDateien
ISO/IEC 27001, Annex A
Analyse MRIS2.0September 2026CC BY-SA 4.0DEEN
Implementation Guide2.0September 2026CC BY-SA 4.0DEEN
Maschinenlesbare Fassung2.0September 2026CC BY-SA 4.0YAML
TISAX® ISA 2027, Information Security
Analyse Teil I2.0September 2026CC BY-NC 4.0DEEN
Implementation Guide2.0September 2026CC BY-NC 4.0DEEN
BSI IT-Grundschutz, MRIS.bd (benutzerdefiniert)
Gesamtpaket: 5 Bausteine, Umsetzungshinweise, Kreuzreferenztabelle, YAML, Change-Log2.0September 2026CC BY-SA 4.0ZIP
Maschinenlesbare Fassung2.0September 2026CC BY-SA 4.0YAML
Change-Log 1.3 auf 2.02.020.09.2026–PDF

Lizenzen: CC BY-SA 4.0 für MRIS für ISO/IEC 27001 und die IT-Grundschutz-Bausteine, CC BY-NC 4.0 für MRIS für TISAX®. © 2026 Richard Peddi.

Hinweis zur Nutzung

Die MRIS-Publikationen sind Arbeitshilfen zur Wirksamkeitsanalyse bestehender Sicherheitsmaßnahmen. Sie setzen ein etabliertes ISMS voraus und ersetzen es nicht. Sie stellen keine Rechts-, Compliance- oder Zertifizierungsberatung dar, erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und begründen keine Gewährleistung. Die Anwendung erfolgt in eigener Verantwortung.

Unabhängigkeitshinweis TISAX®

TISAX® ist eine eingetragene Marke der ENX Association; die ENX Association administriert TISAX® im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA), der den zugrunde liegenden Fragenkatalog (VDA ISA) entwickelt und veröffentlicht. MRIS ist eine unabhängige, privat erstellte Arbeit ohne Verbindung zu ENX Association oder VDA. Sie ist weder Bestandteil des offiziellen TISAX®-Prüfprozesses noch von ENX autorisiert, geprüft oder bestätigt, und ersetzt keine TISAX®-Reifegradbewertung durch einen akkreditierten Prüfdienstleister.

Unabhängigkeitshinweis IT-Grundschutz

MRIS.bd ist eine Familie benutzerdefinierter Bausteine im Sinne der IT-Grundschutz-Methodik (BSI-Standard 200-2). Die Bausteine enthalten keine offiziellen Anforderungen des BSI, wurden vom BSI weder geprüft noch freigegeben, sind kein Bestandteil des IT-Grundschutz-Kompendiums und ersetzen keine Zertifizierung. MRIS ist ein unabhängiges Projekt und kein Angebot des BSI.

Über MRIS

MRIS ist ein unabhängiges Projekt von Richard Peddi.

Richard Peddi ist Fachinformatiker für Systemintegration und geprüfter IT-Spezialist, Certified IT-Business Manager (Operative Professional) und hält einen M.Sc. in Information Security Management. Er ist unter anderem Lead Auditor für ISO/IEC 27001. Beruflich war er als Security Consultant im KRITIS-Umfeld und als CISO tätig, bevor er seine heutige Position als Group CISO übernahm.

MRIS entsteht unabhängig von seiner beruflichen Tätigkeit. Fragen zur Methodik, Hinweise auf Fehler und Beratungsanfragen sind willkommen.

Nachricht schreiben

Alle Felder außer „Anliegen“ sind Pflichtfelder. Ihre Angaben werden nur zur Beantwortung genutzt: keine Weitergabe, kein Newsletter, kein Tracking.